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Tabernakel, von Magdalena Jetelová - 2008

Rechteckige Steintür in Backsteinmauer, davor geglätteter Stein mit Kerze im Glas

Beim Tabernakel von Magdalena Jetelová wird die Front von einer rohen, in ihrer natürlichen Schichtung belassenen Steinplatte gebildet. Bruchkanten, Farbnuancen und tektonische Linien bleiben sichtbar und verleihen dem Werk eine fast archaische Präsenz. Ein schmales, am unteren Rand befindliches Bord aus dem selben, allerdings glatt geschliffenen Material akzentuiert die horizontale Linie.

Jetelová, die mit mehreren prägenden Arbeit in Pax Christi präsent ist, arbeitet häufig mit Stein als Träger von Zeit und Geschichte, aber auch als Substanz, die Widerstand leistet und sich zugleich formen lässt. Beides zeigt sich auch in der Steinplatte bzw. dem horizontalen Bord des Tabernakels.

Hinter der schweren, erdverbundenen Steinplatte verbirgt sich das eucharistische Sakrament – Zeichen der Gegenwart Christi in unscheinbarer, zerbrechlicher Gestalt. Der Kontrast zwischen der groben Steinmaterie und der Vorstellung einer vom Geist erfüllten, sakramental verwandelten Substanz ermöglicht die Frage, wie sich das Transzendente im vermeintlich Unbelebten, Widerständigen der Materie ereignen kann. Nicht zuletzt sind Assoziationen an das von einem massiven Stein verschlossene Grab gewiss nicht zufällig.