Die horizontale, schwarze Wandplastik greift einen Moment aus dem Kreuzweg Christi auf, erzählt ihn jedoch nicht nach. Stattdessen wirkt sie wie ein stilles Denkbild, das zur Kontemplation einlädt. Grundlage der Arbeit ist ein monumentaler, glatt gearbeiteter Balken aus Metall. An seinem linken Ende ist ein Teil durch einen Spalt nahezu abgetrennt. In diesen Spalt ragt ein Passionskreuz – als wäre es hineingefallen. Zugleich stabilisiert es mit seinem Querbalken das abgespaltene Stück und hält es am Ganzen.
Auf der rechten Seite des Balkens steht oberhalb eine dichte Reihe zahlreicher schmaler, anonymisierter Figuren: eine regungslose, geschlossene Masse. Am linken Rand dieser Gruppe, nahe dem Spalt und dem Kreuz, liegt eine einzelne Figur mit über den Kopf ausgestreckten Armen – ebenfalls ohne individuelle Merkmale oder eindeutige Christus-Attribute. Ein einzelner Gefallener steht hier einer unbewegten Gemeinschaft gegenüber. Gleichzeitig bleibt das fast gelöste Balkenstück durch das Kreuz mit dem Ganzen verbunden.
Die Plastik umkreist die Motive von Abspaltung und Anbindung in gleich zweifacher Weise - sowohl als abstrakte Form wie mit einem Bild von Trennung und gemeinschaftlichem Zusammenhalt.
