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Kreuz und Leichnam, von Jürgen Paatz - 1990

Zwei gerahmte Papierarbeiten mit schwarzen Silhouetten: liegender Körper und Gekreuzigter
Zwei gerahmte Papierarbeiten mit schwarzen Silhouetten: liegender Körper und Gekreuzigter

Die beiden Zeichnungen von Jürgen Paatz, ausgeführt in schwarzer Ölkreide auf Papier, zeigen in radikaler Reduktion zwei elementare Bildformen: eine horizontale, längliche Form und eine vertikal stehende, kreuzartig ausgreifende Silhouette. Beide Arbeiten sind von großer formaler Konzentration geprägt und entfalten ihre Wirkung aus dem Spannungsverhältnis von pastoser Schwärze der Ölkreide und dem leer bleibenden Umraum.

Die horizontale Komposition lässt einen liegenden Leib assoziieren, ohne naturalistische Details zu liefern. Paatz arbeitet nicht mimetisch, sondern zeichenhaft: Der Körper erscheint eher als Spur, Abdruck, Rest.

In der zweiten Zeichnung erhebt sich eine vertikale, nach oben gegabelte Form. Das Motiv oszilliert zwischen Mensch, Baum und Kreuz und gewinnt gerade aus dieser Mehrdeutigkeit seine Bildkraft.

So entfalten die Zeichnungen eine stille, eindringliche Präsenz. Repräsentativ für Paatz’ Œuvre greifen sie auf archaische Zeichenformen zurück, die eher andeuten als festlegen und sich als Meditationen über Materialität, Abwesenheit und Transzendenz lesen lassen.