Die „Brotkrippe“ des Sakralkünstlers Wolfgang Franken ist ein in klarer Kreuzform gestaltetes Holzrelief, das narrative Elemente mit archaischer Materialästhetik verbindet. Das massiv gearbeitete Holz bleibt in seiner natürlichen Maserung sichtbar und verleiht dem Werk eine erdverbundene Präsenz. Zugleich besitzt das Material ikonologische Bedeutung: Als gewachsenes Holz erinnert es an das Kreuz Christi und an die Menschwerdung Gottes.
Im Zentrum stehen Brot und Fisch als Zeichen der Eucharistie und des frühen Christentums. Das Brot verweist auf das Letzte Abendmahl und die Selbsthingabe Christi, der Fisch auf das Bekenntnis der Gläubigen. Weitere gekreuzte Formen deuten das Opfergeschehen an. Am unteren Ende erscheinen stilisierte Figuren als Sinnbild der versammelten Gemeinde.
Die Motive folgen einer vertikalen Ordnung in traditioneller Hierarchie der Kreuzbildes: Transzendenz oben, Heilsgeschehen in der Mitte, Gemeinschaft unten. In der Tradition moderner, symbolisch verdichteter Kreuzdarstellungen verzichtet das Werk auf eine naturalistische Christusfigur und lädt in stiller Konzentration zur kontemplativen Deutung ein.
