„Das, was wir als Offenbarungswahrheit bezeichnen, muss sich immer neu hinterfragen lassen. Wir brauchen den, der fragt, der aufbricht, und da sind wir bei der Kunst und den Künstlern.“ (Karl-Josef Maßen)
Für ‚Gründungspfarrer‘ Karl-Josef Maßen (1931–2017) war die Gegenwartskunst in Pax Christi ein Ort des Zweifels, der Öffnung der Perspektiven und kritischer Begleiter der Liturgie. Sie sollte die Gemeinde davor bewahren, „in Selbstzufriedenheit zu fallen“. Zugleich forderte er von der Kirche den Mut, sich den „Provokationen der Kunst“ auszusetzen.
So ist Pax Christi – in dieser Weise wohl einzigartig in Deutschland – von moderner Kunst „besetzt“. Werke von Künstler:innen wie Joseph Beuys, Ulrich Rückriem, Magdalena Jetelová oder Günther Uecker durchziehen den Krefelder Backsteinbau. Keine leichtgewichtige Kunst also, keine leicht verständliche und schon gar keine christlich inspirierte Kunst, sondern eine, die durchaus auch als Konfrontation verstanden wird. Befragt zur Zukunft von Pax Christi, war Maßens Anliegen gleichwohl, dass „die vorhandene Kunst weiterhin mit Leben gefüllt wird“.
Heute bemühen wir uns, an Maßens Wirken in seinem Sinne, zugleich aber auch kritisch reflektierend, anzuknüpfen. Uns geht es einerseits um die Instandhaltung des künstlerischen Bestands, andererseits um dessen Aktivierung und Neu-Perspektivierung – etwa durch alternative Hängungen, (temporäre) Ergänzungen um neuere Positionen sowie eine Bespielung der Räume mit Installationen und Performances. So fühlen wir uns den gewachsenen Strukturen vor Ort verpflichtet, zugleich geben uns Maßens Mut und Risikobereitschaft Rückenwind für eine progressive Weiterentwicklung der Kunst in Pax Christi.